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Editionsprojekt: Johann Georg Sulzers Briefnachlass

Johann Georg Sulzer
Johann Georg Sulzer, Gemälde von Anton Graff, 1774, Gleimhaus Halberstadt (Lizenz: gemeinfrei)

Johann Georg Sulzers (1720-1779) briefliches Werk ist weitgehend unediert und unerforscht. Dabei war Sulzer ein reger Briefschreiber, der in den Briefnetzwerken der Aufklärung zahlreiche Spuren hinterlassen hat. Zu Sulzers Korrespondenzpartnern gehörten u.a. Johann Jakob Bodmer, Johann Georg Zimmermann, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Anna Louisa Karsch, Johann Gottfried Herder, Friedrich Gottlieb Klopstock, Immanuel Kant, Wilhelmine Keusenhoff, Jean Henri Samuel Formey, Friedrich Nicolai, Hans Caspar Hirzel, Philipp Erasmus Reich. und viele mehr.

Sulzer-Briefbestände befinden sich in verschiedenen europäischen Archiven. Zu den wichtigsten Einrichtungen mit Sulzer-Nachlässen zählen unter anderem die Zentralbibliothek Zürich, das Freie Deutsche Hochstift, die Leibniz-Bibliothek Hannover, das Gleim-Haus Halberstadt, die Biblioteka Jagiellońska Kraków, die Staatsbibliothek zu Berlin und das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar.

Nur ein kleiner Teil der Korrespondenzen Sulzers ist bislang publiziert worden. Veröffentlichungen finden sich vor allem in Briefsammlungen und biographischen Abhandlungen des 18. und 19. Jahrhunderts , etwa in Hans Caspar Hirzels Lebensbeschreibung Hirzel an Gleim über Sulzer den Weltweisen (1779) und in den von Wilhelm Körte aus Gleims Nachlass herausgegebenen Briefe[n] der Schweizer Bodmer, Sulzer, Gessner (1804). Einige Briefe Sulzers sind zudem in neueren Einzeleditionen (Gellert, Klopstock, Wieland) sowie in Aufsätzen in Sammelbänden erschienen. Eine Gesamtausgabe bzw. vollständige Edition der Briefe Sulzers gibt es bislang nicht. Im Falle von Sulzers Briefen kann man auf keine bewährte Editionspraxis oder jahrzehntelange Ausgabentraditionen (wie etwa im Falle seines Zeitgenossen Goethe) zurückgreifen. Methodische Fragen der Gattung Brief und der Briefleditorik, Fragen nach der Materialität, nach Briefbeilagen, der Problematik von Briefabschriften oder ganz allgemein der Briefkultur spielten in der Sulzer-Forschung bislang kaum eine Rolle.

Mit der sukzessiven elektronischen Edition aller Briefe Johann Georg Sulzers wollen wir Sulzer als zentralen Akteur der Briefnetzwerke der Aufklärung ins Bewusstsein holen und seine Briefe als Materialreservoir und Wissensspeicher der Epoche für weitere Forschungen verfügbar machen.

Dabei setzen wir auf verschiedene Erschließungs- und Repräsentationsformen. In einem elektronischen Register werden zunächst alle Briefe von Sulzer mit Metadaten, Inhaltsangaben und Grundtranskription erfasst. Darüber hinaus werden einzelne Korrespondenzen tief erschlossen, das heißt nach den Handschriften ediert und mit Transkriptionen, Annotationen und Kommentaren bereitgestellt. Dazu gehört u.a. die Korrespondenz Sulzers mit dem Züricher Literaturprofessor Johann Jakob Bodmer, mit Johann Georg Zimmermann und mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim.

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Kontakt

Dr. Jana Kittelmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Alexander von Humboldt-Professur für Neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung (IZEA)
Franckeplatz 1, Haus 54, 06110 Halle (Saale)
Tel. 0345/55-21790
Email: jana.kittelmann@izea.uni-halle.de